Härten/Umschmelzen
Das Anwendungsgebiet des Elektronenstrahlhärtens liegt im Behandeln von Oberflächen im Bereich von 0,1 – 1,0 (1,5 ) mm Einhärtetiefe und kommt besonders bei hohen Verschleißbeanspruchungen sowie verzugsempfindlichen Bauteilen zum Einsatz.
Verschiedene Technologien werden angewendet:
- EB Randschichthärten
- EB Anlassen/Glühen
Das Elektronenstrahlhärten kann zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit mit anderen thermo-chemischen Härteverfahren wie zum Beispiel dem Nitrieren kombiniert werden.
Hauptanwendungsbereiche sind:
- Automobilbau
- Maschinenbau
- Medizintechnik
- Luft- und Raumfahrttechnik
Präzises Härten – die Elektronenstrahl - Oberflächenmodifikation
Das Randschichthärten ist eine sehr effiziente Methode, Werkstücke lokal zu härten. Der Elektronenstrahl ist ein
sehr gutes Werkzeug, das sich durch hohe Präzision besonders auszeichnet. Eine schmale Randschicht (0,1 - 3 mm)
wird über die Austenitisierungstemperatur hinaus erwärmt und nach Prozess-Ende durch die
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Hier eine Einteilung der möglichen EB-Oberflächenmodifikationen:
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Legieren
z. B. Al mit Ni
Legieren ist das Zusammenschmelzen eines Metalls mit mind. einem weiteren Metall oder Nichtmetall.
Umwandeln
z. B. Stahl
Anlassen
Das Anlassen gehört wie das Härten zu den
thermischen Verfahren, die das gesamte
Werkstück in seinen mechanischen
Eigenschaften verändert.
Gewöhnlich wird Anlassen nach dem Härten
angewendet. D.h. nach dem Abschrecken
und dem völligem Erkalten des Werkstücks
findet unmittelbar der Anlassprozess statt.
Im gehärteten Zustand weist das Bauteil je
nach Stahlzusammensetzung eine sehr hohe
Härte auf. Gleichzeitig ist das Bauteil sehr
spröde und kann im gehärteten Zustand
weder eingesetzt noch weiterverarbeitet
werden.
Es gilt die Regel: Je höher die Härte, desto
geringer die Zähigkeit.
Mit dem Anlassen verringert man die Härte
eines gehärteten Bauteils so weit, dass die
geforderten Zähigkeitswerte erreicht werden.
Der dabei auftretende Härteverlust wird
geduldet.
Härte und Zähigkeit sind voneinander
abhängig. Diese beiden Eigenschaften
können nicht unabhängig voneinander
eingestellt werden.
Härten
z. B. Stahl
Martensit
Unter Härten versteht man eine Wärmebehandlung des Stahls, bei der durch Erwärmen auf Austenitisierungstemperatur mit anschließender sehr
rascher Abkühlung, die Gefügeform Martensit (Härtegefüge) entsteht.
In Stählen möchte man Martensit, um einen erheblichen Härteanstieg zu erzielen. Die beim Härten erreichbare
Härte (Martensithärte) hängt vom Kohlenstoffgehalt des Stahles ab. Je höher der Kohlenstoffgehalt, desto höher
ist die Härte.
Bsp.: Ausschnitt Querschliff
Härteprofil von Oberfläche bis Grundmaterial gemessen
HV 0,3
Texturieren
z. B. Stahl
Beim Texturieren wird an gezielten
Stellen mit Impulsen Material
weggedampft oder aufgeworfen. Dies
erfordert eine spezielle Strahlsteuerung,
die bauteil- und anforderungsspezifisch
ist.
Umwandeln
z. B. Al feines Gefüge
Nach dem Schmelzen und Abkühlen bleibt ein
feineres, sauber strukturiertes Gefüge zurück.
Einbetten von Hartstoffen
Einbetten von Hartstoffen in Al, Cu etc.
Hier wird ein Hartstoff in Form von z. B. Kügelchen
bzw. Pulver in ein Schmelzbad eingebettet.
Härten
z. B. Gusseisen
Ledeburit
Eine schmale Randzone des Werkstückes
wird aufgeschmolzen, die rasche Erstarrung
führt dann zu einem feinen ledeburitischen
Gefüge mit sehr guter Verschleißbeständigkeit.
(Ledeburit = eutektisches Gefüge der Eisen-Kohlenstoff-Legierungen bei Kohlenstoffgehalten
zwischen 2,06 % und 6,67 %)
Präzises Härten – die Elektronenstrahl-Oberflächenmodifikation
Das Randschichthärten ist eine sehr effiziente Methode, Werkstücke lokal zu härten. Der Elektronenstrahl ist
ein sehr gutes Werkzeug, das sich durch hohe Präzision besonders auszeichnet. Eine schmale Randschicht
(0,1 - 3 mm) wird über die Austenitisierungstemperatur hinaus erwärmt und nach Prozess-Ende durch die
Wärmeabfuhr in das kalte Volumen abgekühlt (Selbstabschreckung). Im Gegensatz zu anderen Verfahren reicht
hier die reine Selbstabschreckung, es ist kein zusätzliches Medium für die Abschreckung notwendig. Aufgrund
der hohen Leistungsdichte des Elektronenstrahls, der lokal begrenzten Wärmeeinbringung und der kurzen
Einwirkzeit - typisch sind Millisekunden - werden hohe Temperaturgradienten erreicht. Es fließt also
wenig Wärme ungenutzt aus der Randzone ab und der Kern des Werkstückes bleibt verhältnismäßig kalt.
Im Vergleich zu anderen Verfahren ist das Elektronenstrahlhärten daher auch verzugsärmer.
Es sind alle Stähle härtbar, deren Kohlenstoffgehalt für die Martensitbildung ausreicht. Aufgrund der
kurzen Austenitisierungszeit sind ein feines Perlit- oder Vergütungsgefüge für eine vollständige Lösung
des Kohlenstoffes vorteilhaft. Gusseisen kann ebenfalls gehärtet werden, sofern ein perlitisches
Grundgefüge vorliegt. Für Grauguss bietet sich außerdem die Variante des Umschmelzhärtens an.
Hierbei wird eine schmale Randzone des Werkstückes aufgeschmolzen. Die rasche Erstarrung führt
dann zu einem feinen ledeburitischen Gefüge mit sehr guter Verschleißbeständigkeit.